15 kleine Haushaltsaufgaben, mit denen überraschend viele von uns kämpfen

Glühbirne wechseln oder Heizkörper entlüften: Alltägliches, das Erwachsene überfordert

Die Heizung neu starten, eine durchgebrannte Glühbirne austauschen – Dinge, die simpel klingen, bringen erstaunlich viele Erwachsene in echte Bedrängnis. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung mit grundlegenden Haushaltsaufgaben schlicht nicht zurechtkommt.

Befragt wurden zweitausend britische Erwachsene, und das Ergebnis ist eindeutig: Jeder Vierte weiß kaum, wie die Haustechnik im eigenen Zuhause grundsätzlich funktioniert. Viele kennen weder den Standort des Hauptwasserhahns noch können sie die Gasheizung zurücksetzen – oder auch nur sicher eine Glühbirne wechseln.

Warum wir erst dann ans Heizungssystem denken, wenn es ausfällt

Rund ein Drittel der Befragten schafft es nicht, die Heizung neu zu starten. Ein Fünftel hat schlicht keine Ahnung, wo das Hauptwasserventil sitzt. Fachleute weisen darauf hin, dass moderne Wohnungen technisch ausgesprochen komplex sind – vollgepackt mit Elektronik und Automatisierung. Was früher als selbstverständlich galt, wirkt heute auf viele Menschen einschüchternd: ein Ventil drehen, einen Sicherungsautomaten hochklappen, den Druck prüfen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Pannen im Haushalt mit schöner Regelmäßigkeit abends, am Wochenende oder kurz vor dem Urlaub auftreten. Wer sein Zuhause nicht kennt, zahlt am Ende drauf – finanziell wie emotional, so die Einschätzung von Experten.

Die Zahlen belegen außerdem, dass vorausschauende Wartung eine Seltenheit ist. Ein Drittel der Teilnehmer gibt offen zu, erst dann an Geräte und Leitungen zu denken, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Jeder Zehnte schiebt Probleme sogar einfach auf – in der stillen Hoffnung, sie lösten sich von allein.

Diese Haltung hat messbare Folgen. Ein kleines Problem, das in fünf Minuten zu beheben wäre, entwickelt sich über Wochen zu einem ernsthaften Schaden, der einen Fachmann erfordert – und entsprechend ins Geld geht. Wer früh handelt, spart deutlich, das betonen Experten immer wieder.

Wenn Herumprobieren die Lage nur verschlimmert

Statt einen Fachmann zu rufen oder wenigstens die Bedienungsanleitung aufzuschlagen, gehen die meisten Menschen nach Gefühl vor. Nahezu drei Viertel der Befragten räumen ein, Heimwerkerprojekte per Versuch und Irrtum anzugehen – und die meisten haben das bereits mindestens einmal getan.

Jeder Vierte, der eine Reparatur in Eigenregie versucht hat, gibt zu, die Situation damit verschlimmert zu haben. Dass solche Versuche in Frust und Stress enden, überrascht wenig. Fast die Hälfte der Befragten berichtet, dass misslungene Reparaturen zu handfestem Streit in der Partnerschaft geführt haben.

Elektriker und Klempner bestätigen, dass ein erheblicher Anteil ihrer Einsätze auf gescheiterte Heimwerkerversuche zurückzuführen ist. Was als einfacher Dichtungswechsel hätte enden können, wird durch unbedachtes Eingreifen zum aufwendigen Installationsschaden.

Servicetechniker nennen typische Fehler: Arbeiten an der Elektrik ohne vorheriges Abschalten der Sicherung, zu fest angezogene Kunststoffverbindungen oder der Einsatz des falschen Werkzeugs. Kleinigkeiten, die schnell zu Schäden in Tausende-Euro-Höhe führen können.

Sind jüngere Generationen weniger handwerklich begabt als frühere?

Die Mehrheit der Befragten ist überzeugt, dass wir als Gesellschaft technisch weniger versiert sind als unsere Eltern und Großeltern. Fast zwei Drittel glauben, frühere Generationen hätten mit Hammer, Schraubenzieher und Sicherungskasten deutlich souveräner umgehen können.

Trotz dieses Gefühls der Unzulänglichkeit rufen nur wenige tatsächlich einen Fachmann. Lediglich ein Viertel der Befragten würde bei einem Problem sofort einen Spezialisten kontaktieren. Viele wissen schlicht nicht, ab wann eine Situation ernsthaft genug ist, um einen Klempner, Elektriker oder Heizungstechniker zu bestellen.

Eine kuriose Besonderheit: Mehr als jeder Zehnte ruft noch immer die Eltern an, wenn etwas kaputtgeht. Trotz eigenem Haushalt und eigenem Job greifen viele Menschen bei einem tropfenden Rohr oder flackerndem Licht zum Hörer und fragen: „Mama, Papa, was soll ich tun?“ Psychologen erklären das mit einer Kombination aus mangelnder Alltagsbildung und der Scheu, Verantwortung zu übernehmen.

Der technische Fortschritt hat Haushaltsgeräte komfortabler, aber auch undurchschaubarer gemacht. Smarte Waschmaschinen, per App gesteuerte Heizungen, Spülmaschinen mit Dutzenden Programmen – das nimmt uns manche Arbeit ab, entfremdet uns aber gleichzeitig von der eigenen Haustechnik. Dazu kommt ein Lebensstil, der uns öfter von Zuhause fernhält, häufiger umziehen und seltener an Renovierungen teilnehmen lässt.

15 Haushaltsaufgaben, die die meisten Schwierigkeiten bereiten

Experten haben fünfzehn alltägliche Handgriffe identifiziert, die jeder Bewohner eigentlich beherrschen sollte. Die Realität sieht jedoch anders aus:

  • Heizung neu starten oder Druck regulieren – 33 % der Menschen scheitern daran
  • Glühbirne wechseln – 24 % der Befragten haben damit Schwierigkeiten
  • Ein Wandregal befestigen – Problem für 22 %
  • Einen Stecker an ein Kabel anschließen – 22 % sind unsicher
  • Die Glühbirne im Kühlschrank tauschen – 22 % tun sich schwer
  • Den Hauptwasserhahn finden – 20 % wissen nicht, wo er sitzt
  • Einen Heizkörper entlüften – 19 % haben damit Mühe
  • Den Hausanschluss für Wasser lokalisieren – Problem für 17 %
  • Einen verstopften Abfluss reinigen – 15 % wissen nicht wie
  • Den Strom- oder Gaszähler finden – Schwierigkeiten bei 15 %
  • Rauchmelder testen oder Batterie wechseln – 10 % haben Probleme
  • Einen Sicherungsautomaten zurücksetzen – 10 % fühlen sich dabei unsicher
  • Den Hauptschalter ausschalten – 7 % sind dazu nicht in der Lage

Servicetechniker und Handwerker bestätigen: Selbst gut ausgebildete Menschen mit Hochschulabschluss kämpfen mit diesen vermeintlich einfachen Aufgaben.

Fehlende Wartungsplanung trifft uns vor allem im Winter hart

Die Studie macht zudem deutlich, wie leichtfertig grundlegende Vorsorge vernachlässigt wird. 42 % der Befragten haben weder einen Wartungsplan noch eine Versicherung für die Heizung oder das gesamte Heizsystem. Im Ernstfall stehen sie vor einer teuren Rechnung – oft mitten in der Winterzeit.

Schon eine jährliche Heizungsüberprüfung kann verhindern, dass das Haus tagelang ohne Wärme auskommt. Fachleute betonen: Man muss kein Spezialist sein, um auf erste Warnsignale wie ungewöhnliche Geräusche, Druckabfall, seltsame Gerüche oder kleine Wasserflecken besonnen zu reagieren.

Es reicht, sich grundlegend auszukennen – wo befinden sich die wichtigsten Komponenten, und wie schalte ich im Notfall Wasser oder Strom ab. Eine einfache „Kommandozentrale“ – ein Blatt mit Telefonnummern zuverlässiger Handwerker, dem Standort aller wichtigen Hausanschlüsse und dem Datum des letzten Servicetermins – kann in einer Notsituation Nerven und Geld sparen.

Was sich wirklich lohnt zu lernen: Eine praktische Liste für jeden Haushalt

Begriffe wie „Heizkörper entlüften“ oder „FI-Schalter zurücksetzen“ klingen für viele wie eine Fremdsprache. Dabei reicht ein einziger Abend, um sich mit diesen Handgriffen vertraut zu machen. Am besten geht man schrittweise vor:

  • Den Sicherungskasten finden und lernen, wie man einen ausgelösten Automaten wieder einschaltet
  • Prüfen, wo Strom- und Gaszähler sitzen, und wie man die Werte abliest
  • Den Hauptwasserhahn im Haus sowie den eigenen Wohnungsabsperrhahn lokalisieren
  • Die Bedienungsanleitung der Heizung lesen – besonders den Abschnitt zu Reset und Druckanpassung
  • Den Rauchmelder testen: Prüftaste und Batteriewechsel
  • Den Umgang mit Thermostatventilen an Heizkörpern üben
  • Wissen, wie man das Gas bei einem Verdacht auf Leckage absperrt
  • Grundwerkzeug griffbereit halten: Schraubenzieher, Zange, Taschenlampe, Isolierband

Diese Art von Alltagsbildung lässt sich prima im Familienkreis vermitteln. Jugendliche können viele dieser Handgriffe problemlos übernehmen und lernen dabei etwas, das kein Lehrplan abdeckt. Bildungsexperten plädieren dafür, praktische Kompetenzen bereits in der Grundschule zu verankern.

Kleine Schritte, großes Gefühl der Kontrolle über das eigene Zuhause

Wer ein Mindestmaß an Haushaltskompetenz erwirbt, profitiert auf mehreren Ebenen. Einfache Reparaturen kosten kein Geld, Notfälle lassen sich schneller meistern, und die Stimmung in der Wohnung verbessert sich, weil man nicht jedes Mal einen Schuldigen suchen muss. Eine kurze Einführung in die eigene Haustechnik ist eine Investition in Gelassenheit – für viele Jahre.

Besonders empfehlenswert ist eine kleine „Checkliste“: ein Zettel mit den Telefonnummern vertrauenswürdiger Handwerker, dem Standort aller wichtigen Elemente im Haushalt und dem Datum des letzten Serviceeinsatzes. So einfach das klingt – in einer Krisensituation sorgt genau das dafür, dass man weniger in Panik gerät und schneller handelt. Auch wenn man den Heizkörper immer noch nicht entlüften kann oder ratlos vor dem Kühlschranklämpchen steht. Lohnt es sich nicht, das eigene Zuhause ein Stück weit besser im Griff zu haben?

Scroll to Top