Die Sommer werden extremer – doch Ihr Garten muss nicht leiden
Jahr für Jahr bringen die Sommermonate mehr Hitze mit sich, und die Gärten spüren das deutlich. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Methoden lassen sich Pflanzen zuverlässig vor Hitzestress schützen – und gleichzeitig enorme Mengen Wasser einsparen.
Der Klimawandel zeigt sich längst ganz konkret in unseren Gärten. Steigende Temperaturen und anhaltende Trockenperioden richten schwere Schäden an. „Wer die richtigen Maßnahmen ergreift, schützt seinen Garten und spart sich eine Menge Mühe und Enttäuschungen“, betont Gartenexperte Dr. Lutz Popp vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege (BLGL).
Mulchen und gezieltes Gießen als Grundlage des Pflanzenschutzes
Eine der wirksamsten Methoden, den Garten durch Hitzewellen zu bringen, ist das Mulchen. Eine Schicht aus Rasenschnitt oder Stroh wirkt wie ein natürlicher Isolator: Der Boden erwärmt sich langsamer, die Verdunstung von Feuchtigkeit wird deutlich reduziert, und der Wasserbedarf sinkt spürbar.
„Wer mulcht, gießt weniger. Und wer weniger gießt, hat mehr Zeit, den Garten wirklich zu genießen“, erklärt Dr. Popp. Auch beim Gießen selbst steckt noch großes Einsparpotenzial – vorausgesetzt, man macht es richtig.
Tipps zum Gießen an besonders heißen Tagen
- 👉 Morgens gießen: Wässern Sie in den frühen Morgenstunden, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann, bevor die Sonne es verdunstet.
- 👉 Direkt an die Wurzel: Gießen Sie gezielt am Wurzelansatz der Pflanze und vermeiden Sie es, das Laub zu befeuchten.
- 👉 Seltener, dafür gründlich: Statt täglich kleiner Mengen lieber alle paar Tage reichlich wässern. Die Pflanzen bilden dadurch tiefere Wurzeln und werden widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
Wer auf Mulch verzichten möchte, aber trotzdem seltener gießen will, kann auf eine uralte Gärtnerweisheit zurückgreifen: „Einmal hacken ist wie zweimal gießen.“ Wer die oberste Bodenschicht regelmäßig auflockert, unterbricht die feinen Kapillaren und hält die Feuchtigkeit deutlich länger im Boden.
Die richtige Pflanzenwahl als Schutz gegen Hitzestress
Wer seinen Garten zukunftssicher gestalten möchte, sollte auf trockenheitsresistente Arten setzen. „Der Klimawandel bringt uns echte Herausforderungen, ermöglicht aber auch den Anbau von Sorten, die früher bei uns nicht ausgereift wären“, unterstreicht Dr. Popp. Eine vielfältige Pflanzenauswahl macht den gesamten Garten deutlich widerstandsfähiger.
Hitzetolerantes Gemüse für den Garten
- Tolerante Gemüsearten: Portulak, Spargelbohnen und Helmbohnen sowie hitzefeste Kulturen wie Aubergine, Süßkartoffeln und Kichererbsen kommen mit hohen Temperaturen bestens zurecht.
- Tiefwurzelnde, robuste Arten: Pastinake, Möhre, Schwarzwurzel, Mangold und Rote Bete gedeihen auch mit deutlich weniger Wasser hervorragend.
- Klimaangepasste Bäume und Sträucher: Setzen Sie bei Neupflanzungen auf Arten wie die Blumenesche, den Felsspierstrauch oder den Mehlbeerbaum – eine echte Investition in die Zukunft Ihres Gartens.
Ein klimaangepasster Garten: eine Investition, die sich auszahlt
Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: Ein Garten, der im Einklang mit dem Klima gestaltet ist, verbraucht weniger Wasser, erfordert weniger Pflege und liefert selbst in den heißesten Sommern reiche Erträge.
„Wer schon beim Einpflanzen mitdenkt, wird künftig einen Garten haben, der Hitze standhält und Schatten spendet“, schließt Dr. Popp ab.









