Ölpreise bleiben unter Druck
Der West Texas Intermediate-Terminkontrakt mit Lieferung im August wird an der New Yorker Börse NYMEX aktuell zu 73,60 USD gehandelt – ein Minus von 0,35 Prozent. Gleichzeitig notiert die Brent-Sorte an der ICE für August-Lieferungen bei 77,46 USD je Barrel und gibt damit um 0,56 Prozent nach. Die weltweiten Ölmärkte verharren damit klar im negativen Bereich – als direkte Reaktion auf Anzeichen, dass die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran auf eine dauerhafte Beilegung des Nahostkonflikts zusteuern.
Straße von Hormus wieder frei befahrbar
US-Präsident Donald Trump erklärte öffentlich am Montag, dass die Straße von Hormus vollständig passierbar sei. Er fügte hinzu, der Iran werde die freigegeben Mittel nutzen, um Lebensmittel von amerikanischen Landwirten zu kaufen.
„Wir haben zwei Dinge: Die Meerenge ist offen, und wir haben ein Land, das niemals Atomwaffen besitzen wird“, erklärte Donald Trump mit Blick auf die laufenden Gespräche mit dem Iran.
Trump betonte ausdrücklich, dass die für den Iran freigegebenen Gelder „ausschließlich für den Kauf von Nahrungsmitteln verwendet werden“. Zugleich warnte er: Sollte der Iran die Vereinbarungen nicht einhalten oder sich „schlecht benehmen, werde er tun, was nötig ist“.
Sanktionen auf iranisches Öl vorübergehend ausgesetzt
Das US-Finanzministerium gab am Montag bekannt, dass die Sanktionen gegen die Förderung, den Verkauf und den Transport von iranischem Öl für 60 Tage ausgesetzt werden. Diese Maßnahme ist Teil der Umsetzung der vorläufigen Vereinbarung mit dem Iran.
„Im Einklang mit den laufenden und konstruktiven Gesprächen in der Schweiz hat sich der Iran zum freien und offenen Durchfahrtsrecht durch die Straße von Hormus verpflichtet und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den Zutritt ins Land zugesichert. Als Teil dieser Schritte hat das Finanzministerium eine befristete allgemeine Lizenz für 60 Tage ausgestellt, die die Produktion, Lieferung und den Verkauf von iranischem Öl genehmigt“, erklärte Finanzminister Scott Bessent in seiner offiziellen Mitteilung.
Die zeitlich begrenzte Aussetzung der Sanktionen für die Dauer der Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen war ein zentraler Bestandteil des vergangene Woche unterzeichneten vorläufigen Grundsatzmemorandums zwischen den USA und dem Iran. Die Lizenz läuft am 21. August ab.
Preisrückgang trotz anhaltender Versorgungssorgen
Marktbeobachter mahnen zur Vorsicht: Bis zu einer endgültigen Einigung zwischen Washington und Teheran sei „noch ein langer Weg zurückzulegen“.
„Zwischen den USA und dem Iran liegt noch erhebliche Arbeit vor einem Abschluss. Der Ölmarkt könnte ein Überangebot bereits in die Preise einkalkulieren, bevor dieses überhaupt eintritt – genauso wie er zuvor Versorgungsunterbrechungen antizipiert hatte, bevor tatsächlich viele Millionen Barrel vom Markt verschwanden“, sagte Rebecca Babin, Direktorin und leitende Energiehändlerin bei CIBC Private Wealth. „Öl neigt dazu, Preisbewegungen zu übertreiben„, ergänzte Babin.
Analysten sind sich einig: Sobald die Öllieferungen aus dem Nahen Osten wieder vollständig fließen, dürften die kurzfristigen Marktbedingungen ein deutliches Überangebot gegenüber der Nachfrage begünstigen. Ein weiterer entscheidender Faktor ist der rückläufige Ölbedarf Chinas – des weltgrößten Importeurs dieses Rohstoffs.









