Warum manche Menschen 1599 Euro für einen Küchenroboter ausgeben
Der Markt für multifunktionale Küchenroboter hat in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Wandel erlebt. Etliche bekannte Marken sind von der Bildfläche verschwunden, andere haben die Funktionsvielfalt ihrer Geräte erheblich zusammengestrichen.
Genau in diesem Umfeld taucht der neue Thermomix TM7 trotz seines stolzen Preises von 1599 Euro in den Berechnungen vieler Fachleute als die logischste verfügbare Wahl auf dem Markt auf.
Auf den ersten Blick wirkt diese Summe fast absurd. Für dasselbe Geld ließe sich eine solide Küche, eine Spülmaschine und noch etwas anderes anschaffen. Und dennoch verlässt dieses Gerät die Bestsellerlisten nie und erzielt bei Tests für kleine Haushaltsgeräte regelmäßig Bestnoten.
Der Markt leert sich – Thermomix bleibt
Der Thermomix TM7 ist teuer, doch Konkurrenten mit vergleichbarem Funktionsumfang, ähnlicher Leistung und entsprechender Qualität sind vom Markt praktisch verschwunden oder haben ähnliche Preisregionen erreicht. Als der Boom der Küchenroboter vor einigen Jahren seinen Höhepunkt erreichte, war die Auswahl noch groß: Es gab Modelle in verschiedenen Preisklassen sowie Premium-Konkurrenten, die Vorwerk bei Preis und Ausstattung schlagen wollten.
Heute sehen die Regale völlig anders aus. Zahlreiche Marken haben ihre Highend-Geräte vom Markt genommen, manche haben Software-Updates eingestellt, und günstigere Roboter erhalten häufig keine Weiterentwicklung mehr. Wer in einen hochwertigen Küchenassistenten investieren wollte, stand plötzlich vor einem deutlich schmaleren Angebot.
Am stärksten zeigt sich der Wandel im oberen Segment. Wo früher mehrere fortschrittliche Geräte miteinander konkurrierten, dominieren heute nur noch wenige Modelle – mit dem Thermomix TM7 an der Spitze. Das Gerät erreichte in unabhängigen Tests Höchstbewertungen, während sich ein Teil der Konkurrenz schlicht zurückgezogen hat. Hersteller wie Kenwood, KitchenAid und Bosch konzentrieren ihre Ressourcen inzwischen auf andere Marktsegmente.
Für Verbraucher bedeutet das eine unbequeme Entscheidungssituation. Auf der einen Seite verbleiben relativ günstige Geräte mit spürbaren Einschränkungen. Auf der anderen Seite steht ein hochentwickeltes, aber kostspieliges System, das zur Standardwahl für ambitionierte Köchinnen und Köche geworden ist. Prüfinstitute in Deutschland und Österreich bestätigen: Das mittlere Segment ist nahezu verschwunden.
Was der Thermomix TM7 wirklich alles kann
Kurz gesagt ersetzt er mehrere Küchengeräte gleichzeitig und führt den Nutzer Schritt für Schritt durch Rezepte. In der Praxis beherrscht er unter anderem folgende Aufgaben:
- Dämpfen, Schmoren, Anbraten und Aufwärmen
- Hacken, Mahlen und Pürieren
- Wiegen von Zutaten direkt im Garbehälter
- Kneten von Brot- und Pizzateig
- Zubereitung von Suppen, Soßen und Cremes
- Emulgieren von Mayonnaise und Salatdressings
- Herstellen von Eis und Sorbets
- Präzises Sous-vide-Garen bei exakter Temperatur
Der Behälter fasst 2,2 Liter – ausreichend für eine vierköpfige Familie. Das 6,8-Zoll-Display zeigt Video-Tutorials und tausende Rezepte aus der Cookidoo-Datenbank. Hersteller Vorwerk verspricht regelmäßige Firmware-Updates sowie wöchentlich neue Rezepte.
Der Motor leistet beim Mixen 500 Watt und beim Erhitzen 1500 Watt. Der Temperaturbereich reicht von 37 bis 160 Grad Celsius mit einer Genauigkeit von einem Grad. Die digitale Waage misst auf ein Gramm genau. Die Klinge dreht sich mit bis zu 10.700 Umdrehungen pro Minute und ermöglicht damit das feine Mahlen von Nüssen, Kaffee oder Gewürzen.
Ist er wirklich günstiger als die Konkurrenz?
Das hängt davon ab, womit man vergleicht. Rein am Kaufpreis gemessen gibt es günstigere Geräte von Marken wie Klarstein, Medion oder Moulinex im Bereich zwischen 250 und 750 Euro. Diese Geräte erreichen jedoch meist nicht einmal die Hälfte der Funktionen des TM7, und der Software-Support endet häufig nach einem bis zwei Jahren.
Höherwertige Konkurrenten wie der Magimix Cook Expert oder der KitchenAid Cook Processor liegen zwischen 1000 und 1500 Euro. Sie bieten solide Leistungen, verfügen aber weder über eine vergleichbar umfangreiche Rezeptdatenbank noch über regelmäßige Updates. Die Tester der Stiftung Warentest in Berlin prüften im Jahr 2023 zwölf Modelle – der TM7 erzielte in allen Kategorien die höchste Bewertung.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Langlebigkeit. Der Thermomix TM7 wird mit einer Drei-Jahres-Garantie geliefert, doch Nutzer berichten von problemlosem Betrieb auch nach sieben oder zehn Jahren. Der Vorwerk-Kundendienst ist flächendeckend vertreten, und Ersatzteile sind selbst für fünfzehn Jahre alte Modelle erhältlich. Das ist ein Vorteil, den günstige Konkurrenzprodukte meist nicht bieten können.
Für wen lohnt sich diese Investition wirklich
Der Thermomix TM7 ist nicht für jeden das Richtige. Wer nur gelegentlich einfache Mahlzeiten kocht und mit herkömmlichem Topf und Pfanne zufrieden ist, wird kaum einen überzeugenden Grund finden, fast 1600 Euro auszugeben. Das Gerät rechnet sich vor allem für Familien, die täglich kochen und die Zubereitung aufwendigerer Speisen vereinfachen möchten.
Ernährungsexperten empfehlen den TM7 auch Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen. Die Cookidoo-Datenbank enthält tausende glutenfreie, vegane und kohlenhydratarme Rezepte mit präzise berechneten Nährwertangaben. Für Eltern kleiner Kinder erleichtert er die Herstellung von Babynahrung erheblich – Gemüse und Fleisch lassen sich ohne Salzzusatz fein pürieren.
Die Investition macht außerdem Sinn für alle, die gleich mehrere Küchengeräte auf einmal ersetzen möchten. Statt einem Standmixer von Philips, einer Küchenmaschine von Kenwood, einem Dampfgarer von Tefal und einer Soehnle-Waage gibt es nur noch ein einziges kompaktes Gerät. Das spart Platz auf der Arbeitsfläche und ersetzt gleich fünf Schubladen durch eine einzige.
Es ist keine Entscheidung, die man spontan trifft. Wer aber ernsthaft kocht und eine langfristige Lösung sucht, findet im Thermomix TM7 eine der verlässlichsten Optionen auf dem aktuellen Markt. Es lohnt sich zu berechnen, wie viel man über einige Jahre für Restaurants und Fertiggerichte ausgibt – bevor man zu dem Schluss kommt, dass sich der Roboter nicht von selbst bezahlt macht.









