Polnischer Tabak erobert arabische Märkte – wie läuft die Produktion von der Pflanzung bis zur Shisha?

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  • Der Tabakanbau beginnt bereits im März mit der Anzucht von Jungpflanzen in Folientunneln.
  • Die Ertragsqualität hängt häufig von kleinen Fehlern bei der Düngung ab – vor allem beim Stickstoffeinsatz.
  • Die Handlese liefert noch immer eine deutlich bessere Blattqualität als moderne Erntemaschinen.

Am Anfang steht die Jungpflanzenzucht

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Bartłomiej Larwa ist Tabak die wichtigste Kultur. Raps, Mais und Weizen werden zwar ebenfalls angebaut, doch der Tabak steht eindeutig im Mittelpunkt – er erfordert den größten Aufwand. Wie der Landwirt selbst betont, beginnt diese Pflanze wesentlich früher als die meisten anderen Feldfrüchte.

Ich muss die Jungpflanzen selbst produzieren. Anfang März bauen wir die Tunnel auf, säen den Tabak in Kunststoff-Alveolarschalen und bringen sie in den Tunnel – erklärt Bartłomiej Larwa.

Im März beginnen die Arbeiten: Die Tunnel werden aufgebaut und die Samen in Kunststoffschalen ausgesät. Anschließend kommen die Schalen in ein Hydroponiksystem, wo die jungen Pflanzen auf speziellen Styroportrays schwimmen. Sechs bis acht Wochen lang wachsen die Jungpflanzen unter kontrollierten Bedingungen, bevor sie ins Freiland umgepflanzt werden. Der ideale Zeitpunkt dafür liegt in der zweiten Maihälfte. Die Landwirte versuchen, das Umpflanzen bis Ende Mai abzuschließen, damit die Pflanzen die gesamte Vegetationsperiode optimal nutzen können. Nach weiteren sechs bis acht Wochen intensiven Wachstums kann die erste Blatternte beginnen.

Gleichmäßige Jungpflanzen als Grundlage des Erfolgs

Die Anzucht von Jungpflanzen erfordert nicht nur optimale Bedingungen, sondern auch gezielte Zusatzmaßnahmen. Eine davon ist der regelmäßige Rückschnitt der Pflanzen. Im Betrieb von Larwa kommt dafür eine spezielle Schurmaschine zum Einsatz. Der Eingriff dient der Wuchsvereinheitlichung: Manche Pflanzen entwickeln sich schneller, andere langsamer. Indem man die größeren stutzt, gibt man den schwächeren Exemplaren die Chance, aufzuholen.

Das Ziel sind gleichmäßige Jungpflanzen. Eine wächst schneller, eine andere langsamer. Wir schneiden die größeren zurück, damit die schwächeren aufholen können und beim Umpflanzen keine Verluste entstehen – so beschreibt es der Landwirt.

Auf diese Weise erhält die Pflanzmaschine Material einheitlicher Größe – was sich später in einem gleichmäßigeren Bestand und einfacherer Pflege der gesamten Plantage niederschlägt.

Die größte Herausforderung ist der Stickstoff

Obwohl Tabak alle Grundnährstoffe benötigt, bleibt die Stickstoffdüngung das heikelste Thema. Anders als bei vielen anderen Kulturen bedeutet üppiges Pflanzenwachstum hier nicht automatisch Erfolg. Stickstoffmangel hemmt die Entwicklung und verringert den Ertrag. Doch auch eine übermäßige Düngung schafft Probleme. Zu stark gedüngter Tabak kann zwar beeindruckende Höhen von über drei Metern erreichen, die Blattqualität sinkt jedoch erheblich.

Bei dieser Kultur zählt nicht allein die Menge, sondern vor allem die Qualität des Rohmaterials. Die Blätter werden in sechs Qualitätsklassen eingeteilt, und der Preisunterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten Klasse kann mehrere Dutzend Złoty pro Kilogramm betragen. Damit wird die richtige Düngung zu einem der wichtigsten Faktoren für die Wirtschaftlichkeit der gesamten Produktion.

Zwischen der ersten und der letzten Klasse liegt ein Unterschied von etwa 14 Złoty. Es lohnt sich wirklich, dafür zu kämpfen – betont der Landwirt.

Maschinen helfen, ersetzen den Menschen aber nicht

Tabak gilt in Polen seit jeher als eine der arbeitsintensivsten Kulturen überhaupt. Schon das Umpflanzen allein erfordert mehrreihige Pflanzmaschinen und genügend Arbeitskräfte. Die Ernte stellt jedoch eine noch größere Herausforderung dar. Obwohl es auf dem Markt Blatterntemaschinen gibt, wird in vielen Betrieben nach wie vor von Hand geerntet. Der Grund ist einfach: Ein Mensch erkennt die Reife eines Blattes weit besser als jede Maschine.

Es gibt bereits Betriebe mit Erntemaschinen, aber diese liefern nicht dieselbe Qualität. Der Mensch sieht, welches Blatt reif ist und welches nicht. Außerdem wird das Blatt weniger beschädigt – sagt Bartłomiej Larwa.

Der Landwirt hebt hervor, dass von Hand geerntete Blätter weniger zerknittert sind und in besserem Zustand in den Trockner kommen. Das erleichtert den Zugang zu höheren Qualitätsklassen und wirkt sich unmittelbar auf den Verkaufspreis aus.

Vom Feld direkt in den Trockner

Nach der Ernte bleibt keine Zeit, frische Blätter zu lagern. Der Tabak wird nahezu sofort in Container-Trocknern weiterverarbeitet, wo der Trocknungsprozess beginnt. Zunächst welken die Blätter, dann durchlaufen sie weitere technologische Stufen bis zur vollständigen Trocknung. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel sieben bis neun Tage. In der Zwischenzeit bereitet der Landwirt die nächsten Blätter für die Ernte vor. Erst nach Abschluss der Trocknung wird das Rohmaterial an Aufkaufzentren oder weiterverarbeitende Betriebe übergeben.

Polnischer Tabak ist auf arabischen Märkten gefragt

Die Region an der Grenze zwischen der Woiwodschaft Lublin und der Woiwodschaft Karpatenvorland gilt seit vielen Jahren als eines der bedeutendsten Tabakanbaugebiete Polens. Besonders hohes Ansehen genießt dort der Tabak für die Shisha-Produktion. Nach Aussage des Erzeugers erfreut sich das Rohmaterial aus dieser Region auf arabischen Märkten außerordentlicher Beliebtheit und zählt weltweit zu den besten Sorten seiner Art.

Unser in dieser Region angebauter Tabak gehört weltweit zu den besten für die Shisha-Herstellung. Er wird in arabischen Ländern sehr geschätzt – bestätigt Bartłomiej Larwa.

Genau diese außergewöhnliche Qualität ermöglicht es den hiesigen Erzeugern, den Ruf ihrer Region weit über die Landesgrenzen hinaus aufzubauen.

Eine Million Złoty ist erst der Anfang

Den Tabakanbau von Grund auf aufzubauen erfordert enorme Investitionen. Allein Trockner, Pflanzmaschinen, Ausrüstung für die Jungpflanzenzucht und weitere Maschinen schlagen mit Hunderttausenden von Złoty zu Buche. Wie Bartłomiej Larwa warnt, könnte selbst eine Million Złoty für neue Ausrüstung in einem Betrieb mit einigen Dutzend Hektar Tabak nicht ausreichen.

Hinzu kommt der erhebliche Arbeitskräftebedarf – besonders während der Ernte und der anschließenden Blattsortierung. In größeren Betrieben können rund um eine einzige Erntemaschine sieben oder mehr Personen gleichzeitig arbeiten. Jedes Blatt muss von Hand gepflückt, sorgfältig positioniert, auf spezielle Stäbe aufgefädelt und in den Trockner eingebracht werden. Genau deshalb bleibt Tabak bis heute eine der anspruchsvollsten Kulturen in der polnischen Landwirtschaft.

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